Chronik

Mit einem "Bunten Abend" fing alles an

 

Anfang der 70er Jahre engagierte sich Gregor Krämer, Friseurmeister aus Bad Hönningen, intensiv um die Jugendarbeit in der Kolpingsfamilie. Selbst einmal aktiver Laienspieler gelang es ihm, eine Gruppe junger Menschen für die Welt des Theaters zu begeistern. Er inspirierte die Jugendlichen, anlässlich eines "Bunten Abends" der Kolpingsfamilie ihr erstes Theaterstück aufzuführen. Und so war die Theatergruppe geboren.

Die Premiere des lustigen Einakters von Martin Loewe "Herz und Schnauze" am 03. Mai 1970 war sehr erfolgreich und fand unerwartet großen Anklang bei den Zuschauern. Der große Erfolg kam auch dem damaligen Leiter der Kur- und Badeverwaltung zu Ohren, welcher die Laienspieler spontan einlud, sich im städtischen Kurprogramm einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Diese Gelegenheit packte das Theaterensemble natürlich beim Schopf und feierte bereits mit der ersten Aufführung einen großartigen Einstand. Seitdem wird Jahr für Jahr ein neues Theaterstück aufgeführt.


  1975-Schneider Wibbel      "Schneider Wibbel" (1975)         Mit der bekannten Komödie "Schneider Wibbel" gelang der Gruppe dann 1975 der große Durchbruch. Mit weiteren auf großen Bühnen inszenierten Schwänken wie "Die spanische Fliege" (1976+1989), "Der Meisterboxer" (1977+1991) oder "Der müde Theodor" (1982+1998) hat sich die Theatergruppe in die Herzen der Zuschauerinnen und Zuschauer gespielt. Vorbild war dabei immer wieder der unvergessene Willy Millowitsch und sein Theater in Köln.

 

 

 

 

1972-Das Hrrohr   1984-Das Glcksmdel-2-   1994-Der blaue Heinrich
"Das Hörrohr" (1972)   "Das Glücksmädel" (1984)   "Der Blaue Heinrich" (1994)
   

 

 

   
Nach dem plötzlichen Tod des Regisseurs und Leiters Gregor Krämer im Jahr 2003 wagte die Theatergruppe unter ihrem neuen Regisseur Marco Zimmermann den Sprung von deutschen Schwänken hin zu englischen Boulevardkomödien. Erstmals betrat sie mit der englischen Komödie "Und ewig rauschen die Gelder" (2004) neues Terrain. Die Aufführung dieser Komödie bedeutete für die Spieler eine neue Herausforderung. Nur durch eine intensivere Probenarbeit konnten die ungewohnt schwierigen Textpassagen gemeistert werden. Trotz anfänglicher Skepsis bei den Mitwirkenden wurde das Stück mit seinen Wortspielen und seiner Situationskomik beim Premierenpublikum begeistert aufgenommen. Die Bedenken waren zerstreut, wozu auch die positive Resonanz der Presse beisteuerte.

Seit 2006 hat sich das Ensemble stark verjüngt: Wohl wissend als über 40jährig nicht mehr den jugendlichen Liebhaber (die jugendliche Liebhaberin) mimen zu können, konnte die Gruppe einige junge Leute für das Theaterspielen begeistern, darunter auch die Kinder der Mitspieler, die nun auch schon seit ein paar Jahren mit auf der Bühne stehen oder im Hintergrund mitarbeiten.Mit Stolz blicken wir auf unser über 40jähriges Bestehen, steckt doch sehr viel Engagement dahinter, Jahr für Jahr ein Theaterstück auf die Beine zu stellen. Unsere Motivation hierzu besteht vor allen Dingen darin, anderen Menschen Freude zu bereiten. Der Erfolg lohnt die Mühe und so freuen wir uns, dass in jedem Jahr der Reinerlös von 3 Vorstellungen an karitative Einrichtungen sowie an Projekte in der Pfarrgemeinde Bad Hönningen gespendet werden kann.

An dieser Stelle möchten wir uns aber besonders bei unserem Publikum bedanken, das uns über die vielen Jahre die Treue gehalten hat, ob aus Bad Hönningen, der näheren Umgebung, aus Bonn, Köln, dem Bergischen Land oder aus der Eifel: "Ohne Euch geht es nicht."

Erinnerung an Gregor Krämer - Gründer der Theatergruppe und über viele Jahre unser väterlicher Freund -
"Ja, das ist eine schlimme Bande!" wurde Gregor in einer Pressemitteilung der Rhein-Zeitung im Jahr 2000 anlässlich unserer Premiere zu "Die vertagte Nacht" zitiert. Man spürt sein Augenzwinkern dahinter und auch die Verbundenheit mit "seinen" jungen Leuten. Gregor war 33 Jahre nicht nur Regisseur und Spielleiter sondern Herz und Seele unserer Gruppe. Er hatte stets ein offenes Ohr für unsere Anliegen und verstand es immer wieder, jeden Einzelnen persönlich anzusprechen und zu motiveren.

Das Theater war aber nur ein Mosaikstein im Leben von Gregor Krämer. Unvergessen bleibt auch Gregors soziales Engagement. Mit seinem unerschöpflichen Fundus an Fotografien war er zudem für viele die "erste Adresse" für Chroniken und Festzeitschriften. Sein großes Interesse, insbesondere für die Vergangenheit seiner Heimatstadt Bad Hönningen, hat er in zahlreichen Bildbänden dokumentiert.

Sein plötzlicher Tod im Jahr 2003, mitten in den Vorbereitungen zu einem neuen Theaterstück, hat uns tief erschüttert. Wie sollte es weitergehen? Da sich die Theatergruppe bis dahin durch ihn zu einer festen Gemeinschaft entwickelt und etabliert hatte, waren wir uns darin einig, sein Werk weiter zu führen.